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Picknicker / 17.01.2019

DER PICKNICKER AUDIOBLOG - Back in the Game

Seit der Frankreichtour mit Peter, von der ich im 4. Teil erzählt habe, war ich endlich wieder „Back in the Game“ – vor allem mental! Auch wenn ich auch vor dieser Tour nicht wirklich mit meiner Motivation zu kämpfen hatte, war ich doch aufgrund der zuvor bisher eher schlechten Fangausbeute und anderer, bereits beschriebener Stolpersteine, ein wenig angesäuert….

Unterschwellig begleitet uns alle diese daraus entstehende negative Schwingung – davon bin ich überzeugt – und hat mehr oder weniger direkte Auswirkungen auf unsere Fangergebnisse! Genau in dieser Zeit erschien das neue Podcast-Format Einfach besser angeln. Ich gehe davon aus, dass ihr den 1. Podcast von Mark und Christopher zum Thema Mindset gehört habt. Das Gesprochene traf den Nagel auf den Kopf und ich fühlte mich in meinem Handeln und meiner Einstellung zum Fischen bestätigt. Es tat mir und meiner Seele gut, die eigene Einstellung, die persönlichen Erfahrungen und Glaubenssätze noch einmal von anderer Stelle bestätigt zu bekommen.

#Mindset

Ein konkretes Ziel und eine positive Einstellung zum eigenen Handeln gibt Selbstvertrauen -  das solltet ihr niemals vergessen! Das berühmte Quäntchen Glück gehört natürlich auch dazu und hilft uns dabei, unter Umständen aus der Negativ-Spirale auszubrechen. Daher rückte nach der Frankreich-Tour auch der große Schuppi wieder ins Visier meiner Begierde und ließ mich mehr als nur einmal davon träumen, wie es wohl wäre, diese Granate in meinen Armen zu halten. Das gedankliche Visualisieren eines angestrebten Zieles hat mir in der Vergangenheit schon öfters dabei geholfen den richtigen Weg einzuschlagen und ich sah mich bereits mit dem Ungetüm breit grinsend in die Kamera lächeln. Kennt ihr das? Ein schmaler Grat zwischen positiver Zielstrebigkeit und negativ behafteter Besessenheit. Wenn Du 24 Stunden am Tag nur noch dieses eine Ziel vor Augen hast, kann dies ungeahnte Energie freisetzten oder dich in den Wahnsinn treiben!

Legal oder doch illegal?

Mir persönlich hilft es unter solchen Gegebenheiten eine nüchterne Analyse der Umstände zu betreiben. Als Folge dessen wurde mir währenddessen immer bewusster: Die Zielfisch-Jagd würde alles von mir abverlangen, unter legalen Umständen würde es wahrscheinlich nicht möglich sein mal eben an den Ausnahmefisch zu gelangen. Oder ich brauchte riesiges Glück an dem großen Wasser. Als Konsequenz meiner Analyse gelangte ich zu einer folgenschweren Erkenntnis. Und diese bedeutete in konkretem Fall: Ohne Boot oder Tauchgängen würde ich im Leben keine krautfreien Stellen finden, geschweige sauber präsentieren können. Ich musste also „illegal“ fischen. Hmmm, die Tauchklamotten hingen nach einer Sichtkontrolle leicht bis mittelschwer verschimmelt in den Kellerräumen rum. Vermutlich hatte ich diese nach meinem letzten Tauchgang nicht richtig getrocknet und das Ganze löste dementsprechend auch einen leicht bis mittelschweren Kotzkrampf in mir aus. Also musste ich erst wieder die Schnorchel-Ausrüstung auf Vordermann bringen, bevor ich am Zielfisch-Pool angreifen konnte. Und plötzlich war es wieder da: Das kleine Männchen im Kopf, welches erneut ein Stolpersteinchen im meine Richtung zu werfen versuchte. In den nächsten zwei Tagen einen neuen Shorty zu besorgen war aufgrund eines strammen Terminkalenders und anderer Verpflichtungen nicht möglich. Hinzu kamen die super Wetterbedingungen. Ich wollte raus, raus ans Wasser, raus zu meinem Zielfisch und wurde schon wieder ausgebremst. Im Laufe der Jahre hatte ich jedoch gelernt, besser mit den Stolpersteinchen umzugehen, lernte diese zu akzeptieren und nicht daran zu verzweifeln. Somit blieb mir am Ende nur übrig zu akzeptieren, dass sich das Zielfisch-Projekt um mindestens eine weitere Woche verzögern würde.

_Picknicker Audioblog bei Carpzilla+ Teil 5 Back in the Game

Kids on Carp!

Das Wetter hingegen war perfekt und ich konnte mich nicht daran erinnern in den letzten 25 Jahren Karpfenangelei über einen Zeitraum von gut 4 Wochen mal derart konstante Bedingungen in dieser doch recht frühen Zeit des Jahres vorgefunden zu haben. Speziell der Luftdruck war zwischen Mitte Mai und Mitte Juni unfassbar konstant bei 1013 hPa und es waren nur ganz wenige, leichte Ausschläge nach oben und unten messbar. Eigentlich hätte ich an diesem Juni-Wochenende auch gar keine Zeit gehabt, um am Wochenende ans Wasser fahren zu können, weil der Übernachtungsbesuch einer Freundin meiner Tochter angekündigt war und ich für die Aufsicht der beiden 10-jährigen Mädels eingeteilt war, da meine Frau auf einer Party eingeladen war.

Umso mehr freute ich mich über den spontanen Vorschlag meines nichtangelnden Jugendfreundes gemeinsam mit den Kids eine Nacht ans Wasser zu fahren. Ich könnt euch nicht vorstellen, welche Begeisterungsstürme dieser Vorschlag bei den Kindern auslöste! Schnell wurden die Rahmenbedingungen festgelegt und wir entschieden uns aufgrund diverser Umstände an meinen Low-Stock-Home-Pool zu fahren. Nicht die erste Wahl, um den Kids einen Fisch präsentieren zu können, doch der massive Befall des Eichenprozessionsspinners am anderen Pool ließ mich diese Vernunft-Entscheidung treffen. Lediglich die Wetterprognose machte mich ein wenig nervös, weil aufgrund des möglicherweise bevorstehenden Gewitters eine gewisse Unsicherheit mit dem Trip verbunden war. Doch was sollte schon passieren? Ein Easy-Dome für die Kids, ein Supa-Brolly und ein Ultra 60 sollten uns schon trocken halten.

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Das Chaos-Camp

Was für eine logistische Herausforderung den ganzen Kram inkl. Ersatz-Flatliter und Picknick-Decke in die Banane zu wuchten! Neben dem umfangreichen Grill- und Bespaßungs-Equiqment musste natürlich auch die Kuscheltiere-Horde noch ein Plätzchen finden. Leider vergaß mein alter Freund Thomas, dass es für die elektrische Luftpumpe nicht wirklich eine Steckdose im Wald gibt und die Luftmatratzen der Kids mussten somit erstmal warten. Dank der Strom-Unterstützung unserer lieben Seglerfreunde konnte auch dieses Problem gelöst werden und wir hatten einen supergeilen Abend mit unseren Töchtern. Herrlich anzusehen wie Thomas mit zwei aufgepumpten Luftmatratzen in der Banane rudernd den Weg zurück vom Seglersteg zu unserem Angelplatz zelebrierte – ein göttlicher Anblick!

In Erinnerung bleiben wird mir der Ausspruch der Kinder, die mit strahlenden Augen sagten, dass Sie an diesem Tage so viel Neues gesehen hätten, so vieles, dass sie noch niemals zuvor in Ihrem Leben gesehen hätten. Hervorzuheben ist hier sicherlich der wirklich beeindruckende Schwarm von mehreren Hundert Glühwürmchen, die wie von Geisterhand und auf Knopfdruck, urplötzlich den Wald mit ihrem Licht in ein beeindruckendes Naturschauspiel verwandelten. Oder das frisch aus dem Ei schlüpfende Blässhuhn-Baby, welches mit seinem knallroten Kopf-Federkleid die Kinder sofort verzauberte. Ich verschwieg natürlich, dass ich normalerweise ein eher „angespanntes Verhältnis“ zu diesen Viechern habe und diese am liebsten… Doch lassen wir das. Im letzten Licht fuhr ich die Ruten raus und nachdem die dritte und somit letzte Rute abgelegt war, sah ich in weiter Ferne schon ein erstes Wetterleuchten. Hmmm, oder war das jetzt doch ein Blitz – der letzte Blick auf die Wetter-App war bereits über 2 Stunden her und diese prognostizierte eigentlich keine weiteren Überraschungen.

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Sollte da jetzt doch noch was runterkommen? So wie heute Nachmittag schon im Radio mit dem Hinweis angekündigt, dass eine verlässliche Prognose aktuell sehr schwierig sei? Vorsorglich machten wir das Camp innerhalb kürzester Zeit sturm- und regensicher, weil das Grollen immer schneller anrückte und meine heißgeliebte Regenradar-App nur noch eine Farbe Kannte: Pink-Lila, was so viel bedeutet wie: Bringt euch in Sicherheit, es könnte übel werden! Ich könnt euch vielleicht vorstellen, wie es in dem Camp aussah: Wie bei Flodders unterm Sofa… oder vielmehr im Kinderzimmer. Überall Spielekarten, Getränkebecher, Stifte und andere Utensilien zum Malen, Gameboys und der komplette Kuscheltier-Zoo mussten in Windeseile verstaut werden. Bevor das Spektakel so richtig losging, stattete ich den Kids noch einen kurzen Besuch im Easy Dome ab, sprach ihnen Mut zu und fand ein paar beruhigende Worte, dass sie definitiv trocken bleiben würden und trotz Blitz und Donner keine Angst haben müssten.

Unwetter Ahoi!

Ohne zu übertreiben stelle ich retrospektiv fest, dass die darauffolgenden zwei Stunden mit die Übelsten waren, die ich jemals in Sachen Regen-Menge pro Quadratmeter erlebt habe! Die Nachrichten sprachen am nächsten Tag von 65 Liter pro Quadratmeter pro Stunde. Diverse Unwetter-Sirenen in der Nacht ließen mich schon ungefähr erahnen, welches Ausmaß der durch den Klimawandel verursachten Starkregen hatte und im Umkreis liefen Hunderte, wenn nicht gar Tausende Keller mit Wasser voll. Der 100 Hektar Pool stieg innerhalb kürzester Zeit mal eben um 6 cm an! Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann reden wir hier von über 65 Millionen Liter Wasser. 65 Millionen! Innerhalb einer Stunde!

Thomas war definitiv fix und fertig und wir mussten mit der Flasche Captain seinen und auch meinen Puls ein wenig runterbringen. Als nämlich zwischenzeitlich auch noch Wind aufkam, wurde auch ich wirklich unruhig, weil wir unter einer uralten und riesigen Weide saßen, deren Stämme nicht mehr wirklich stabil sind und in der Vergangenheit bereits 3 ihrer massiven Hauptstämme bei vergleichbaren Bedingungen umgefallen sind. Ich bekam ein wirklich schlechtes Gewissen und echtes Scheißgefühl in der Magengegend, dass ich mein Kind und unseren Besuch offenbar wirklich in Gefahr gebracht hatte!

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Die Sintflut trommelte wie irre auf das Schirmzelt, es war so brutal laut, dass wir die Kinds nicht gehört hätten, auch wenn diese in voller Lautstärke geschrien hätten und das, obwohl ihr Zelt keine fünf Meter hinter meinem Ultra 60 stand. Doch ein zwischenzeitlicher Kontrollgang nach einer guten Stunde offenbarte mir zwei selig schlafende Kids und ich war zumindest diese Sorge los.

Nachdem das Schlimmste überstanden war, konnten wir uns dann Gott sei Dank wieder mit einem besseren Gefühl dem restlichen Tropfen aus der Flasche widmen und wir genossen den Rest der Nacht leicht angesäuselt und erzählten uns Geschichten aus der Vergangenheit. Es herrschte noch einmal kurzes Unverständnis über des seit Stunden wandernden Lichtflecks auf dem See!? Wie jetzt, stand die erste Sichtung einer außerirdischen Lebensform bevor? Als dann in den ganz frühen Morgenstunden das „Ufo“ an unserem Ufer gelandet war, konnte auch diese offene Frage geklärt werden und wir stießen mit unserem letzten Becher’chen auf die Zukunft des Brautpaares an.

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Die Fischgarantie

Während wir so dasaßen und in Erinnerungen schwelgten, kam diese Sicherheit in mir auf, am nächsten Morgen einen Fisch zu fangen. Kennt ihr das? Klar kennt ihr das! Diese unfassbar große Überzeugung, dieses wahnsinnig mächtige Bauchgefühl, alles richtig gemacht zu haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ich kann es nicht besser beschreiben. Es scheint die ultimative Verbindung unserer Sinne mit der Natur zu sein - definitiv magisch und rituell. Glückselig und mit absoluter Gewissheit schlief ich kurz vor der blauen Stunde ein und wurde wenige Stunden später durch einen „Durchglüher“ aus meinen süßen Träumen gerissen…

Ich werde weiter berichten wie es in meinem Jahr 2018 lief – exklusiv hier im Picknicker-Blog auf Carpzilla+ und wünsche euch bis dahin eine gute Zeit am Wasser oder Zuhause auf dem Sofa!

Euer Picknicker – Achim Schlüßel_Picknicker Audioblog bei Carpzilla+ Teil 5 Back in the Game

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